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Laufen als Kampfsport
So die eine oder andere Judorolle legt man in Gedanken schon hin, wenn wieder ein begnadeter Autofahrer sich von vorne nähert. Man dankt für die sportliche Anregung.
So eine Straße ist ja auch – trotz fehlendem Gegenverkehr – viel zu schmal, um nicht in der leichtesten Biegung mit der Seite an den Bordstein zu fahren. Quasi-Freihändig verreisst man dann natürlich das Lenkrad noch weiter Richtung Bürgersteig und schafft es gerade mal so wieder zurück auf die Fahrbahn.
Vom Verbund zum Verband
Hat einer der Herren Stadtplaner mal versucht bei Glatteis und Eisregen auf einem Bürgersteig aus Verbundsteinen heil zur Arbeit zu kommen? Ein Ding der Unmöglichkeit! Ganz schnell ist man vom Verbundstein zum Gipsverband gekommen.
Etwas besser sind da die grobporigen Teerstellen, meist von der letzten Reparatur der maroden Leitungen übrig. Da ist zwar auch glatt, aber es gibt noch ein wenig Halt.
Viel besser ist dann die Straße, denn dort wird natürlich gestreut.
Die Wissenschaft vom Gehwegpflaster
Es gibt zwei Sorten von Bürgersteigen: glatt und glätter.
Bei der aktuell eisigen Wettersituation sind geteerte Gehwege ja noch erträglich, aber diese roten Verbundsteine sind eigenlich für die Betreiber von Eisbahnen konstruiert. Die ziehen den kleinsten Raureif an und das Tauwasser hört man regelrecht frohlocken, ausflocken und gefrieren.
Und der eigene Streudienst ist natürlich noch nicht da gewesen, ist ja erst kurz vor sieben am Morgen.
Der Wetterfrosch fährt Auto
Oder wie kann es sonst sein, daß es in der Vorhersage immer heist: Die Straßen können glatt werden?
Und was bitte ist mit den Bürgersteigen und Bahnsteigen, Radwegen und Fußwegen?
Die ganzen Wetterfrösche sind voreingenommene Autofahrer. Kaum einer erwähnt mal die armen Zweibeiner.
Zukünftige Fußgänger
Wem wünsche ich denn alles so einen zukünftigen, gesunden Fußmarsch?
- Den fast jeden Tag falschrum durch die Einbahnstraße flitzer
- Den einäugigen PKW-Fahrern im Dunklen, die nur zu geizig sind zur Werkstatt zu fahren
- Den auf den Bürgersteig ausweichenden PKWs, die lieber umfahren als bremsen
- Den niemals beim Abbiegen blinkenden Fahrern
- Den Kollegen, die abendlich erst einige Hefeweizen brauchen, bevor sie im Auto heimfahren
- Den Falschparkern, die nur mal eben direkt in den Bäcker wollen, am besten mit ihrem Auto
Hab ich was vergessen?
Warnung vor Cordhüten!
Wehe es kommt einem harmlosen Fußgänger nochmal ein Pkw-fahrender Cordhut entgegen. Letztens war der Außenspiegel nur noch eine handbreit vom Arm entfernt. Auch nicht weiter verwunderlich, wenn das Fahrzeug schon mit einer Seite auf dem Bürgersteig fuhr.
Bremsen ist ja was für Anfänger und Alter stört beim Fahren sicher nicht, ich glaub es geht noch …
Die Stockschirm Täter
Immer eine Freude, wenn vor einem jemand mit eingefahrenem Schirm läuft. Lästig wie so ein Schirm ohne Nutzen nun mal ist, wird der mit hängendem Arm in der geschlossenen Hand waagerecht gehalten. Resultat ist eine waffenähnliche Metallspitze, die waagerecht zu einem zeigt.
Steigern läßt sich das nur auf Treppen, wenn diese Schirmspitze sich nun dem eigenen Auge nähert und freudig energisch auch noch geschlenkert wird.
Leider kapiert das unabhängig vom Alter niemand, was für einen Mist er da vorläuft.
Wer sonst so läuft
Immer wieder auffällig. Man ist der einzige ganz normale Fußgänger. Alle anderen sind nur draußen weil:
- Der Hund musste mal raus
- Die Wanderstöcke wollen gelüftet werden und machen Nordik-Pieksing
- Die Kinder müssen raus, siehe Hund
- Es ist ein Jogger und der rennt schaufend in der Kälte
Zu Fuß zum Erntedank-Sonntag
Mal eben zum Nachbarort, da kann man entweder den Bus, die Bahn oder die Füße nehmen. Bei gutem Wetter letzteres genommen und was passiert: Man ist alleine auf weiter Flur, in beiden Richtungen!
Am Zielort trifft man dann die bekannten Staus vor Parkhäusern und Tiefgaragen. Alles Orts-eigene Kennzeichen. Da ist niemand gelaufen.
Die zum-Supermarkt-Fahrer
Und wieder mal haben wir einen zum-Supermarkt-Fahrer laufend abgehängt! Vom Aldi an war er vor uns an der Kasse mit einem Berg von Einkäufen. In unserer Straße ankommend war er gerade erst am ausladen, also keinen Deut schneller als wir.