SUV vs. Baustelle

So eine Absperrung fordert anscheinend manche Mitmenschen erst richtig heraus. Vollsperrung? Ohne mich! Das ist da die Devise.

Und so wird krachend mit dem Unterboden aufgesetzt, wenn die Fahrerin die schon längst weggehobelte Teerdecke übersieht, auch nicht das schon ausgegrabene – und dadurch fehlende – Fundament der nicht mehr vorhandenen Straße macht stutzig. Einen halben Meter tiefer wird dann die riesige Familienkutsche (natürlich nur knapp eine Person darin) mehr oder weniger ungekonnt mühselig gewendet und zerknirscht wieder über den Bürgersteig zurück in die Zivilisation gefahren.

Andere Fahrer sind da klüger: Die bleiben die gesamte Strecke auf dem Bürgersteig und umfahren so trockenen Reifens die Baustelle. Wer braucht schon eine Fahrbahn?

Wieder andere Beckenrandschwimmer versuchen sich am Geisterfahren, leider mit Erfolg. Selbst Stadtbusse im Gegenverkehr sind da kein Hinweis auf eigenes Unvermögen. Auch hier ist schließlich immer ein Fußgänger gerne bereit in der nächsten Hofeinfahrt um sein leben zu rennen, denn der Bürgersteig ist nur die Verbreiterung der Straße und die Verlängerung des Kleinhirns dieser Menschen.

Anlieger frei

Als Fußgänger hat man ja die Muße sich an der unterschiedlichen Interpretation von Verkehrsschildern zu erfreuen.

Da gibt es immer hin die Abstufungen zwischen dem Verbotsschild mit Zusatz Anlieger frei: Hier wird ungebremst drumrumgefahren und dem einfachem Verbotsschild ohne Ausnahme: Dabei wird leicht abgebremst über den Bürgersteig drumrum gesteuert. Immerhin.

Als nicht ausgeschilderte Umleitungsstrecke sind übrigens private Parkplätze und Innenhöfe sehr beliebt, sofern sie eine zweite Einfahrt haben. Auch hier gewinnt das schlechte Gewissen, sonst würde man ja nicht extra schnell durchbrettern und den Passanten und Anwohnern noch eine faire Chance zum wegspringen lassen.

Personen auf der Fahrbahn

Ich möchte doch mal wissen, was es mit diesen fast täglichen Meldungen aus dem Verkehrsfunk auf sich hat. Wer sind diese Personen, was machen sie dort und wie kriegt mal selbige wieder weg? Kann sich Person einfach eine Taxe rufen, werden sie aus Staatskosten abbefördert?

Sind es im Kunstunterricht kreativ unterforderte Jugendliche, die sich dort künstlerisch auf dem Mittelstreifen austoben?

Und die Steigerung sind die gemeldetet Fahrradfahrer, auch das soll es geben.

Der Geh-Assistent

Was es nicht alles gibt: Eine Laufhilfe von honda – also eigentlich ein Auto- und Motorrad-Hersteller. Jetzt fehlt nur noch der Rollator.

Eisig glatte Zeiten

Ein kurzer Blick aus der Haustür hatte an diesem Morgen schon ausgereicht. Aalglatt, erste Nachbarn in der TG-Ausfahrt in der Mauer und stecken gebliebene Fußgänger. Ein absolutes no-go sozusagen.

Und nur auf der Fahrbahn laufen geht ja auch nicht überall, sich an Hecken die Steigung hochziehen, auf allen vieren krabbeln. Sieht alles etwas unprofessionell aus.

Lieber mal ein paar Stunden später im Büro und erst mal von zuhause aus was arbeiten, als drei Wochen im Stützgips im Bett gelegen.

Rudi Randstein Raser

Es muß ja wirklich Spaß machen mit dem 4×4 Monsterauto so knapp am rechten Fahrbahnrand zu fahren, das man mitten im Schneematsch fährt. Und es sieht sicher auch toll aus, wenn die Wasserfontäne auf gute 2m zur Seite hin ansteigt. Aber könnte man dann auch mal kurz an den bis dato noch trockenen Fußgänger denken? Oder auch an die nun ziemlich besudelte Hauswand, die schmutzigen Fenster, etc. pp.?

Spaziergang zum Nikolausmarkt

Ja, genau, wir waren das. Der Rest ist da lieber mit dem Auto von einem Ortsteil zum anderen gefahren und steht agressiv panisch in der Schlange der Parkplatzsucher und Falschparker. Bis zum Aussteigen haben wir schon den ersten Stand leergekauft.

Vom Radio als Randgruppe erkannt

Endlich wird bei der Wettervorhersage auch mal auf die Fußgänger eingegangen. Eine nette Warnung vor glatten Bürgersteigen, das ist doch mal toll, man wird erwähnt, da denkt jemand an uns Laufenden.

Allerdings war es wohl nur dadurch bedingt, das der Moderator höchstpersönlich auf die Fresse geflogen war. Aber ein Anfang.

Laufen als Kampfsport

So die eine oder andere Judorolle legt man in Gedanken schon hin, wenn wieder ein begnadeter Autofahrer sich von vorne nähert. Man dankt für die sportliche Anregung.

So eine Straße ist ja auch – trotz fehlendem Gegenverkehr – viel zu schmal, um nicht in der leichtesten Biegung mit der Seite an den Bordstein zu fahren. Quasi-Freihändig verreisst man dann natürlich das Lenkrad noch weiter Richtung Bürgersteig und schafft es gerade mal so wieder zurück auf die Fahrbahn.

Vom Verbund zum Verband

Hat einer der Herren Stadtplaner mal versucht bei Glatteis und Eisregen auf einem Bürgersteig aus Verbundsteinen heil zur Arbeit zu kommen? Ein Ding der Unmöglichkeit! Ganz schnell ist man vom Verbundstein zum Gipsverband gekommen.

Etwas besser sind da die grobporigen Teerstellen, meist von der letzten Reparatur der maroden Leitungen übrig. Da ist zwar auch glatt, aber es gibt noch ein wenig Halt.

Viel besser ist dann die Straße, denn dort wird natürlich gestreut.

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